Mit Alex C. auf Rügen

Während wir tief in die musikalische und organisatorische Arbeit für unsere Italienreise versunken waren, kam plötzlich eine unerwartete Anfrage an uns. DJ Alex Christensen wollte mit uns bei der NDR Summer Tour auf Rügen einen Gig spielen – eine Woche nach unserer Reise. Auch wenn wir zunächst etwa skeptisch waren, sagten wir trotz des enormen Aufwandes zusätzlich zur Italienreise zu.

Die ersten Proben verliefen eher schlecht als recht. Die Musik war nicht kompliziert, allerdings gab es einige Stellen, die buchstäblich unspielbar waren. Wir fingen schon an, uns zu fragen, ob dem DJ klar war, was er den OrchestermusikerInnen da vorgesetzt hatte. Doch das alles änderte sich schlagartig bei der ersten gemeinsamen Probe mit Alex C. und seiner Crew. Hier wurde deutlich, dass wir fast ausschließlich zu Playback spielen sollten. Hier wurde auch klar, dass wir alles, was wir im klassischen Orchesterspiel gelernt hatten, bei diesem Auftritt nicht brauchen würden. Noch nie zuvor musste ich mir in die Noten schreiben, dass ich in den Pausen mit dem Bogen zum Beat in der Luft rumfuchteln sollte. Ich hatte auch noch nie einen Auftritt gesehen, bei dem die MusikerInnen in der Mitte des Stücks aufstehen – inklusive der Celli – auf ihre Stühle steigen und Party-Stimmung verbreiten.

Vor dem Projekt hatten die meisten von uns noch nie etwas von DJ Alex Christensen gehört. Auf der Italienreise sollte sich das allerdings schlagartig ändern. Kaum saßen wir nach dem ersten Konzert im Bus ging es mit dem Song No Limit los und so begann die legendäre Busparty. Im weiteren Verlauf der Reise sollte die Musik von Alex C. bei keiner Party fehlen. Pflichtbewusst nutzen wir natürlich jede Gelegenheit, Party zu machen. Selbstverständlich nur, um uns auf das Projekt vorzubereiten.

Und dann stand auch schon der Tag des Auftritts vor der Tür. Mit großer Vorfreude stiegen wir am 20. Juli 2018 in den Bus und machten uns auf den Weg nach Sassnitz auf Rügen. Als erstes stand der Soundcheck auf dem Plan. Für viele von uns war dies das erste Mal, dass wir abseits der klassischen Musik mit dem professionellen MusikerInnenleben zu tun hatten, wir waren also alle sehr gespannt, was uns dort erwartete. Kaum waren wir aus dem Bus gestiegen, wurden wir auch schon in Empfang genommen und bekamen eigene »NDR-Künstler-Ausweise«, sodass wir auch in den Backstage-Bereich kamen. Schon hier spürte man, dass das ganze Event extrem professionell organisiert war. Auch der Soundcheck war schnell und effizient, sodass wir kurz danach den Backstage-Bereich erkunden konnten. Wir bekamen einen Platz zum Umziehen und Lagern der Instrumentenkästen zugewiesen und wurden auch vom Catering-Service mit sehr gutem Essen versorgt.

Der Auftritt selbst war wirklich außergewöhnlich. Vor einem Publikum von 8000 Leuten spielten wir im Hafen von Sassnitz zusammen mit Alex C. Wir spielten im Sitzen, Stehen, stiegen auf Stühle, machten ordentlich Party auf der Bühne und hatten dabei unglaublich viel Spaß. Hinter der Bühne ging direkt im Anschluss unsere persönliche Aftershow-Party weiter und dauerte bis tief in die Nacht.

Ein Text von Kim Wittenburg

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